Was ist SDI?
STI – Speech Transmission Index
Der STI (Speech Transmission Index), auf Deutsch Sprachübertragungsindex, ist eine objektive Kenngröße zur Bewertung der Sprachverständlichkeit in einem Raum oder über eine elektroakustische Übertragungsanlage. Während RT60 beschreibt, wie lange Schall in einem Raum nachhallt, beschreibt STI, wie verständlich Sprache beim Zuhörer ankommt.
Was bedeutet STI?
Der STI ist ein dimensionsloser Wert zwischen 0 und 1.
0,00 • Unverständlich
0,50 • Eingeschränkt
1,00 • Optimal
Zur Bewertung berücksichtigt das STI-Verfahren insbesondere:
Welche STI-Werte sind sehr gut bis kritisch?
Die klassische Qualitätseinstufung nach IEC 60268-16 ist:
STI-Qualitätsskala
Ein STI von 0,50 ist beispielsweise nur mittelmäßig, während 0,80 ausgezeichnet ist. Wichtig: Ein STI von 0,80 bedeutet nicht, dass exakt 80 % aller gesprochenen Wörter verstanden werden. Es handelt sich um einen normierten Übertragungsindex, nicht um einen Prozentwert.

Typische STI-Zielwerte nach Anwendung
Die Werte unterscheiden sich je nach Nutzung und Anforderungen an die Sprachverständlichkeit.
Diese Werte sind Orientierungen und keine allgemeingültigen Normanforderungen. Beispielsweise berücksichtigt die aktuelle DIN VDE 0833-4:2024-06 für Sprachalarmanlagen zusätzlich die Bewertung der beschallten Fläche und zulässige lokale Mindestwerte. Für einen Besprechungs- oder Konferenzraum wäre das Planungsziel STI ≥ 0,70, bei hochwertigen Anwendungen möglichst ≥ 0,75.
Wie wird STI gemessen?
Es gibt zwei grundlegende Verfahren. In der professionellen Beschallungstechnik wird besonders häufig STIPA verwendet.
STI und STIPA – der Unterschied
STIPA steht für Speech Transmission Index for Public Address Systems. Unter geeigneten Bedingungen liefert das vereinfachte Verfahren Ergebnisse, die mit dem vollständigen STI-Verfahren vergleichbar sind.
Praktischer Messaufbau mit STIPA
Beispiel: Konferenzraum mit Beschallung

Das STIPA-Prüfsignal wird durch die Beschallungsanlage übertragen und am Zuhörerplatz ausgewertet.
Messablauf
1. Messgerät vorbereiten: Ein kalibriertes Messmikrofon und einen STI/STIPA-fähigen Analysator verwenden.
2. Testsignal einspeisen: Ein spezielles, amplitudenmoduliertes STIPA-Rauschsignal durch die Lautsprecheranlage abspielen.
3. Betriebspegel einstellen: Die Beschallungsanlage mit dem für normale Durchsagen vorgesehenen Pegel betreiben.
4. Mikrofon positionieren: Auf typischer Ohrhöhe der Zuhörer, vorzugsweise auf einem Stativ.
5. Messung durchführen: Der Analysator wertet die zeitlichen Modulationen des Signals aus und berechnet den STI-Wert.
6. Mehrere Positionen messen: Vorne, mittig, hinten sowie an akustisch ungünstigen Stellen.
7. Hintergrundgeräusche berücksichtigen: Beispielsweise Lüftung, Publikum, Verkehr oder Maschinen im realistischen Betrieb.
Eine professionelle Messung erfolgt häufig mit Geräten wie dem NTi Audio XL2 oder einem vergleichbaren STIPA-fähigen Analysator.
Ein wichtiger Sonderfall: Soll die komplette Signalkette einschließlich eines Sprechermikrofons geprüft werden, wird das Testsignal über eine kalibrierte künstliche Sprachquelle (TalkBox) akustisch in das Mikrofon eingespeist. Ein direktes Einspeisen am Mischpult würde das Mikrofon und dessen Übertragungsweg umgehen.
Beispiel einer STI-Messung
Angenommen, du misst in einem Konferenzraum mit Deckenlautsprechern an fünf Sitzpositionen folgende Werte:
Fiktive Messwerte – Sprachverständlichkeit je Messposition

Beispielmessung – keine realen Messdaten
Bewertung: Die Sprachverständlichkeit vorne und in der Mitte ist ausgezeichnet. Die seitliche Position links liegt dagegen nur im mittelmäßigen Bereich. Dort wäre zu prüfen, ob Nachhall, unzureichende Lautsprecherabdeckung, ungünstige Signalpegel oder andere Ursachen die Verständlichkeit einschränken. Entscheidend ist nicht allein der Durchschnittswert. Besonders bei professionellen Beschallungsanlagen müssen auch ungünstige Zuhörerpositionen und die jeweiligen normativen Flächenanforderungen betrachtet werden.
Zusammenhang zwischen STI und RT60
Beide Größen hängen eng zusammen, bewerten aber unterschiedliche Eigenschaften.
Beispiel: Zwei Räume können beide eine RT60 von 0,5 Sekunden besitzen. Im ersten Raum beträgt der STI 0,82, im zweiten nur 0,55, weil dort etwa die Lüftung laut ist oder die Lautsprecher ungünstig angeordnet sind. Ein guter RT60-Wert allein garantiert daher noch keine gute Sprachverständlichkeit.
Maßnahmen zur Verbesserung des STI
In der Praxis sind folgende Maßnahmen besonders wirksam:
Welche Normen sind relevant?
Für die professionelle Planung und Bewertung sind insbesondere folgende Regelwerke wichtig:
Die IEC 60268-16:2020 definiert die STI-Modelle sowie Mess- und Prognoseverfahren, legt aber nicht selbst die verbindlichen Abnahmekriterien für jede Art von Beschallungsanlage fest.
Fazit für Konferenz- und Beschallungstechnik
Für einen modernen Besprechungs- oder Konferenzraum würde ich diese Einordnung verwenden:
STI ≥ 0,75 • Sehr gut / Zielwert
STI 0,60–0,75 • Gut
STI 0,45–0,60 • Verbesserungswürdig
STI unter 0,45 • Kritisch
Merksatz: RT60 zeigt, wie lange es hallt. STI zeigt, wie gut man Sprache versteht. Für die professionelle Beurteilung einer Sprachbeschallungsanlage sind beide Werte sinnvoll – und der STI ist die unmittelbarere Kennzahl für die tatsächlich erreichte Sprachverständlichkeit.
Der STI (Speech Transmission Index), auf Deutsch Sprachübertragungsindex, ist eine objektive Kenngröße zur Bewertung der Sprachverständlichkeit in einem Raum oder über eine elektroakustische Übertragungsanlage. Während RT60 beschreibt, wie lange Schall in einem Raum nachhallt, beschreibt STI, wie verständlich Sprache beim Zuhörer ankommt.
Was bedeutet STI?
Der STI ist ein dimensionsloser Wert zwischen 0 und 1.
0,00 • Unverständlich
0,50 • Eingeschränkt
1,00 • Optimal
Zur Bewertung berücksichtigt das STI-Verfahren insbesondere:
- Nachhall und späte Reflexionen
- Störgeräusche und Signal-Rausch-Abstand
- Frequenzgang von Lautsprechern und Übertragungssystemen
- Schalldruckpegel und psychoakustische Verdeckungseffekte
- Verlust zeitlicher Modulationen des Sprachsignals
Welche STI-Werte sind sehr gut bis kritisch?
Die klassische Qualitätseinstufung nach IEC 60268-16 ist:
| STI-Wert | Bewertung | Praxisbedeutung |
| 0,75 - 1,00 | ausgezeichnet | sehr hohe Sprachverständlichkeit |
| 0,60 - 0,75 | gut | Sprache ist normalerweise gut verständlich |
| 0,45 - 0,60 | mittelmäßig | Sprache verstädnlich, aber mit Einschränkungen |
| 0,30 - 0,45 | schlecht / kritisch | deutliche Verständlichkeitsprobleme |
| 0,00 - 0,30 | sehr schlecht | große Teile der Sprache gehen verloren |
STI-Qualitätsskala
Ein STI von 0,50 ist beispielsweise nur mittelmäßig, während 0,80 ausgezeichnet ist. Wichtig: Ein STI von 0,80 bedeutet nicht, dass exakt 80 % aller gesprochenen Wörter verstanden werden. Es handelt sich um einen normierten Übertragungsindex, nicht um einen Prozentwert.

Typische STI-Zielwerte nach Anwendung
Die Werte unterscheiden sich je nach Nutzung und Anforderungen an die Sprachverständlichkeit.
| Anwendung | praxisorientierter Zielwert |
| Hochwertiger Konferenzraum | >= 0,75 |
| Besprechnungsraum | >=0,65 |
| Schulungsraum / Klassenzimmer | >=0,60, besser 0,75 |
| Hörsaal / Vortragssaal | >=0,60 |
| Allgemeine Sprachbeschallung | >=0,60 |
| Sprachalarmanlage (SAA) | häufig >=0,50 als maßgebliche Mindestanforderung |
Diese Werte sind Orientierungen und keine allgemeingültigen Normanforderungen. Beispielsweise berücksichtigt die aktuelle DIN VDE 0833-4:2024-06 für Sprachalarmanlagen zusätzlich die Bewertung der beschallten Fläche und zulässige lokale Mindestwerte. Für einen Besprechungs- oder Konferenzraum wäre das Planungsziel STI ≥ 0,70, bei hochwertigen Anwendungen möglichst ≥ 0,75.
Wie wird STI gemessen?
Es gibt zwei grundlegende Verfahren. In der professionellen Beschallungstechnik wird besonders häufig STIPA verwendet.
STI und STIPA – der Unterschied
| Messmethode | Beschreibung | Messdauer |
| STI (vollständig) | Auswertung von 98 Modulationskombinationen in sieben Oktavbändern | mehrere Minuten |
| STIPA | vereinfachtes Verfahren mit 14 Modulationskombinationen | ca. 15-20 Sekunden |
| indirekte STI-Bestimmung | Berechnung aus einer gemessenen Impulsantwort unter Berücksichtigung der Betriebsbedingungen | abhängig vom Messverfahren |
STIPA steht für Speech Transmission Index for Public Address Systems. Unter geeigneten Bedingungen liefert das vereinfachte Verfahren Ergebnisse, die mit dem vollständigen STI-Verfahren vergleichbar sind.
Praktischer Messaufbau mit STIPA
Beispiel: Konferenzraum mit Beschallung

Das STIPA-Prüfsignal wird durch die Beschallungsanlage übertragen und am Zuhörerplatz ausgewertet.
Messablauf
1. Messgerät vorbereiten: Ein kalibriertes Messmikrofon und einen STI/STIPA-fähigen Analysator verwenden.
2. Testsignal einspeisen: Ein spezielles, amplitudenmoduliertes STIPA-Rauschsignal durch die Lautsprecheranlage abspielen.
3. Betriebspegel einstellen: Die Beschallungsanlage mit dem für normale Durchsagen vorgesehenen Pegel betreiben.
4. Mikrofon positionieren: Auf typischer Ohrhöhe der Zuhörer, vorzugsweise auf einem Stativ.
5. Messung durchführen: Der Analysator wertet die zeitlichen Modulationen des Signals aus und berechnet den STI-Wert.
6. Mehrere Positionen messen: Vorne, mittig, hinten sowie an akustisch ungünstigen Stellen.
7. Hintergrundgeräusche berücksichtigen: Beispielsweise Lüftung, Publikum, Verkehr oder Maschinen im realistischen Betrieb.
Eine professionelle Messung erfolgt häufig mit Geräten wie dem NTi Audio XL2 oder einem vergleichbaren STIPA-fähigen Analysator.
Ein wichtiger Sonderfall: Soll die komplette Signalkette einschließlich eines Sprechermikrofons geprüft werden, wird das Testsignal über eine kalibrierte künstliche Sprachquelle (TalkBox) akustisch in das Mikrofon eingespeist. Ein direktes Einspeisen am Mischpult würde das Mikrofon und dessen Übertragungsweg umgehen.
Beispiel einer STI-Messung
Angenommen, du misst in einem Konferenzraum mit Deckenlautsprechern an fünf Sitzpositionen folgende Werte:
Fiktive Messwerte – Sprachverständlichkeit je Messposition

Beispielmessung – keine realen Messdaten
Bewertung: Die Sprachverständlichkeit vorne und in der Mitte ist ausgezeichnet. Die seitliche Position links liegt dagegen nur im mittelmäßigen Bereich. Dort wäre zu prüfen, ob Nachhall, unzureichende Lautsprecherabdeckung, ungünstige Signalpegel oder andere Ursachen die Verständlichkeit einschränken. Entscheidend ist nicht allein der Durchschnittswert. Besonders bei professionellen Beschallungsanlagen müssen auch ungünstige Zuhörerpositionen und die jeweiligen normativen Flächenanforderungen betrachtet werden.
Zusammenhang zwischen STI und RT60
Beide Größen hängen eng zusammen, bewerten aber unterschiedliche Eigenschaften.
| Merkmal | RT60 | STI |
| Bewertet | Nachallzeit | Sprachverständlichkeit |
| Wertebereich | Sekunden | 0 bis 1 |
| Besserer Wert | Nutzungsabhängig, bei Sprache meist kürzer | Höher |
| Berücksichtigt Störgeräusche | Nicht als eigentliche Messgröße | ja |
| Berücksichtigt Lautsprecherqualität | nein | ja |
| Typischer guter Wert für Sprachräume | 0,3 - 0,6 s | 0,60 - 0,75 oder höher |
Beispiel: Zwei Räume können beide eine RT60 von 0,5 Sekunden besitzen. Im ersten Raum beträgt der STI 0,82, im zweiten nur 0,55, weil dort etwa die Lüftung laut ist oder die Lautsprecher ungünstig angeordnet sind. Ein guter RT60-Wert allein garantiert daher noch keine gute Sprachverständlichkeit.
Maßnahmen zur Verbesserung des STI
In der Praxis sind folgende Maßnahmen besonders wirksam:
- Nachhall reduzieren: Absorber an Decken und Wänden einsetzen.
- Lautsprecher optimieren: Gerichtete Lautsprecher verwenden und deren Ausrichtung auf die Zuhörer verbessern.
- Störgeräusche reduzieren: Lüftung, Klimaanlagen und andere Geräuschquellen optimieren.
- DSP richtig einstellen: Frequenzgang, Laufzeiten und Pegel anpassen.
- Direktschallanteil erhöhen: Lautsprecher näher an Zuhörerpositionen platzieren oder geeigneter verteilen.
- Pegel optimieren: Sprache muss ausreichend laut sein, eine extreme Erhöhung verschlechtert aber unter Umständen die Verständlichkeit.
Welche Normen sind relevant?
Für die professionelle Planung und Bewertung sind insbesondere folgende Regelwerke wichtig:
| Norm | Anwendung |
| DIN EN IEC 60268-16 / IEC 60268-16 | Verfahren zur Bestimmung des STI |
| DIN 18041 | Hörsamkeit und raumakustische Planung |
| DIN VDE 0833-4 | Sprachalarmanlagen im Brandfall |
| DIN EN 50849 | Elektroakustische Notfallwarnsysteme |
Die IEC 60268-16:2020 definiert die STI-Modelle sowie Mess- und Prognoseverfahren, legt aber nicht selbst die verbindlichen Abnahmekriterien für jede Art von Beschallungsanlage fest.
Fazit für Konferenz- und Beschallungstechnik
Für einen modernen Besprechungs- oder Konferenzraum würde ich diese Einordnung verwenden:
STI ≥ 0,75 • Sehr gut / Zielwert
STI 0,60–0,75 • Gut
STI 0,45–0,60 • Verbesserungswürdig
STI unter 0,45 • Kritisch
Merksatz: RT60 zeigt, wie lange es hallt. STI zeigt, wie gut man Sprache versteht. Für die professionelle Beurteilung einer Sprachbeschallungsanlage sind beide Werte sinnvoll – und der STI ist die unmittelbarere Kennzahl für die tatsächlich erreichte Sprachverständlichkeit.