
Welche technologischen Unterschiede bestehen zwischen den AISpeech AV-Technologie-Sets und anderen am Markt etablierten Konferenzsystemen – insbesondere im Hinblick auf den Einsatz von KI für Audio-, Video- und Kamerasteuerung?
Die Kombination AISpeech MC10 (Deckenmikrofon) + MT100 (KI-gesteuerter Tracking-Box) + C40T/C60 (KI-gesteuerte Kameras) unterscheidet sich nicht dadurch, dass sie die beste Einzelkomponente am Markt wäre – bei Mikrofonqualität oder Kamerabild gibt es durchaus gleichwertige Alternativen. Der eigentliche Unterschied liegt darin, wie konsequent Audio, Video und KI in einem Gesamtsystem miteinander verzahnt sind. Genau hier versucht AISpeech einen anderen Ansatz als viele etablierte AV-Hersteller zu verfolgen.
Was macht AISpeech anders?
1. KI ist der Kern des Systems – nicht nur ein Feature.
Bei den meisten klassischen AV-Herstellern besteht Speaker Tracking aus folgendem Ablauf: Mikrofon erkennt Richtung → PTZ-Kamera fährt auf ein Preset. Das funktioniert gut, ist aber letztlich regelbasiert. AISpeech verfolgt dagegen einen stärker KI-basierten Ansatz:
- Gesichtserkennung
- Personenerkennung
- Sprechererkennung
- Audio- und Videofusion
- kontinuierliches Re-Framing
- intelligente Bildregie
Die AISpeech MT100 TRacking-Box bildet dabei das Gehirn des Systems. Sie kombiniert die Richtungsinformationen des MC10 mit den Videodaten der Kamera und entscheidet in Echtzeit, welcher Bildausschnitt sinnvoll ist. Dadurch entstehen deutlich weichere Kamerafahrten und natürlichere Bildwechsel als bei klassischen Preset-Systemen.
2. Das AISpeech MC10 Deckenmikrofon liefert mehr als Beamforming
Nahezu jeder Hersteller besitzt heute Beamforming. Beispiele wären Shure MXA920, Sennheiser TeamConnect Ceiling, Yamaha RM-CG oder auch Biamp Parlé. Das MC10 integriert aber zusätzlich:
- KI-basierte Rauschunterdrückung
- Echo Cancellation
- lokale Beschallung
- Dante
- PoE
- Audio-Tracking für die MT100
Dadurch entfällt in vielen Projekten ein separater DSP oder zumindest ein erheblicher Teil seiner Konfiguration.
3. AISpeech C60 ist nicht einfach eine PTZ-Kamera
Die C60 besitzt bereits eigene KI-Funktionen. Sie erkennt Personen, Gesichter, Sprecher oder auch Bewegungen. In Kombination mit der MT100 wird daraus ein echtes Mehrkamera-System mit intelligenter Bildregie.
Der eigentliche Unique Selling Point
- Der größte Unterschied liegt nicht im Mikrofon oder in der Kamera, sondern darin, dass AISpeech versucht, ein komplettes "AI Meeting System" anzubieten.
- Die KI entscheidet beispielsweise: Wer spricht wirklich? Wer soll im Bild sein? Soll nur eine Person gezeigt werden? Soll eine Totale gewählt werden? Wann lohnt sich ein Kamerawechsel? Wann bleibt das Bild stabil?
Das erinnert eher an automatische Fernsehregie als an klassische PTZ-Steuerung.
Welche Hersteller verfolgen ähnliche Konzepte?
| Hersteller |
Audio |
Kamera |
KI-Tracking |
Gesamtsystem |
| AISpeech |
✓ |
✓ |
sehr stark |
✓ |
| Cisco |
✓ |
✓ |
sehr stark |
✓ |
| Neat |
✓ |
✓ |
stark |
✓ |
| Yealink |
✓ |
✓ |
mittel |
✓ |
| Logitech |
✓ |
✓ |
mittel |
teilweise |
| HP Poly |
✓ |
✓ |
mittel |
teilweise |
| Shure |
✓ |
|
nein |
nein |
| Sennheiser |
✓ |
|
nein |
nein |
Welcher Hersteller ist technologisch aktuell am nächsten an AISpeech?
Cisco - Cisco ist vermutlich der stärkste Wettbewerber. Dort übernimmt die KI bereits: Speaker Framing, Group Framing, Presenter Tracking, People Count, Speaker Recognition oder die automatische Bildregie. Allerdings funktioniert dies primär nur innerhalb des Cisco-Ökosystems.
Neat - Neat verfolgt einen ähnlichen KI-Gedanken: Personen erkennen, Teilnehmer automatisch einrahmen und dynamische Bildregie. Der Fokus liegt jedoch auf Videobars und kleineren Räumen.
Logitech Rally Bar - Logitech bietet mit RightSight und RightSound ebenfalls KI-Funktionen. Diese konzentrieren sich jedoch überwiegend auf Auto-Framing, Speaker-Framing und Geräuschunterdrückung. Die Audio- und Videodaten werden weniger tief miteinander verknüpft als bei AISpeech.
Wo stehen Shure und Sennheiser?
Hier liegt der Fokus ganz klar auf Audio. Das TeamConnect Ceiling oder das MXA920 gehören nach wie vor zu den besten Deckenmikrofonen am Markt. Die eigentliche Kameralogik stammt jedoch meist von Drittanbietern wie beispielsweise Q-SYS, Crestron, Extron, 1Beyond, Aver oder auch PTZOptics. Das bedeutet: Mikrofon → DSP → Steuerung → Kamera. Diese Lösungen funktionieren hervorragend, die Richtungsdaten eines Deckenmikrofons allein reichen jedoch nicht an die Präzision moderner KI-gestützter Personen- und Gesichtserkennung. Deshalb ergänzen diese Hersteller häufig zusätzliche Tracking-Logik oder KI-basierte Kameras.
Welche Rolle spielt zukünftig Pleneo?
Die neuen Pleneo Room Kits (Medium und Large) setzen nicht darauf, Mikrofone oder Kameras neu zu erfinden. Sie standardisieren vielmehr den gesamten Raum.
Mit RoomHub, Room OS, AutoDeploy, automatischem Routing, automatischer Einmessung, Selbstdiagnose und einem Cloud-Management wird die Installation großer Räume massiv vereinfacht. In den Pleneo Medium- und Large-Kits kommen dabei beispielsweise Sennheiser TeamConnect Ceiling M-Mikrofone zum Einsatz. Ziel ist eine nahezu "Zero-Touch"-Bereitstellung komplexer Besprechungsräume.
Fazit
Der Markt wird sich künftig vermutlich in zwei Richtungen entwickeln wird:
- AISpeech - KI steht im Mittelpunkt. Audio und Video werden als ein gemeinsames System betrachtet. Besonders attraktiv für Projekte, bei denen intelligentes Speaker Tracking und ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis gefragt sind.
- Pleneo + Sennheiser (oder andere Drittanbieter) - Der Schwerpunkt liegt auf Skalierbarkeit und Betriebsvereinfachung. Weniger Fokus auf spektakuläre KI-Kamerafunktionen, dafür auf automatisierte Inbetriebnahme, Wartung und weltweiten Rollout. Besonders interessant für Unternehmen mit vielen Standorten und standardisierten Meetingräumen.
AISpeech wird vor allem im Bereich intelligenter AV-Systeme für einzelne Räume oder Installationen differenziert, während Pleneo mit Sennheiser (oder anderen Drittanbietern) dort punktet, wo Hunderte oder Tausende Räume möglichst einheitlich, automatisiert und mit geringem Betriebsaufwand ausgerollt werden sollen.
Diese beiden Ansätze konkurrieren zwar teilweise, adressieren aber unterschiedliche Prioritäten: maximale KI-gestützte Meeting-Intelligenz auf der einen Seite und maximale Standardisierung sowie IT-Betriebseffizienz auf der anderen.